Datacenter-Auswahl: Worauf es heute ankommt

Wer heute ein Rechenzentrum auswählt, entscheidet nicht nur über den Betrieb seiner IT, sondern auch über Datensouveränität, Compliance und die Zukunftssicherheit seines Unternehmens.

Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung. Immer mehr Unternehmen lagern ihre IT-Infrastruktur in Datacenter aus oder betreiben Teile ihrer IT-Anwendungen in der Cloud. Worauf Unternehmen achten sollten und warum regionale Rechenzentren wichtige Vorteile bieten, erklären wir in diesem Beitrag.

Für Unternehmen, die ihre IT zukunftssicher aufstellen wollen, geht es heute längst nicht mehr nur um Verfügbarkeit und einen unterbrechungsfreien Betrieb. Themen wie Compliance, IT-Sicherheit und Performance rücken verstärkt in den Fokus und bestimmen maßgeblich, wie resilient und wettbewerbsfähig ein Unternehmen für die Zukunft aufgestellt ist.

Der regulatorische Druck nimmt zu

Ein Trend der letzten Jahre: Unternehmen verzichten zunehmend auf den Betrieb eines eigenen Rechenzentrums. Ein selbst betriebenes Datacenter bietet zwar maximale Kontrolle über Zugang, sensible Daten und geschäftskritische Anwendungen. Doch die regulatorischen Anforderungen nehmen zu: DSGVO, Energieeffizienzgesetz, NIS-2 oder branchenspezifische Vorgaben wie DORA stellen Unternehmen vor die Herausforderung, die Einhaltung von gesetzlichen Schutzvorschriften den Behörden auf Nachfrage nachweisen zu können. Das verursacht nicht nur fortlaufende Investitionen in die technologische Weiterentwicklung des Rechenzentrums, sondern bindet auch IT-Fachkräfte, die viel Arbeitszeit für Dokumentation aufwenden müssen.

Wesentlich kosteneffizienter erweist sich daher die Auslagerung der IT-Infrastruktur in ein externes Rechenzentrum. Moderne Rechenzentren gewährleisten durch zertifizierte Standards wie ISO 27001 oder EN 50600, dass sowohl physische Schutzmaßnahmen von Zutrittskontrollen bis hin zur Ausfallsicherheit als auch die Cybersicherheit von Daten gewährleistet sind. Alle Maßnahmen und Prozesse sind zudem klar dokumentiert, transparent und auditierbar. Unternehmen können sich damit auf ihr Kerngeschäft fokussieren, während Betreiber von Rechenzentren dafür sorgen, dass geschäftskritische Anwendungen hochverfügbar und sicher sind.

Unternehmen, die sich für das IT-Outsourcing in ein lokales Rechenzentrum entscheiden, haben den Vorteil, weiterhin jederzeit physischen Zugang zur Hardware und damit zu ihren Daten zu haben. Außerdem können sie sich jederzeit selbst von der Sicherheit des Datacenters überzeugen. Eine gesetzliche Pflicht für eine Vor-Ort-Kontrolle besteht zwar nicht. Dennoch kann eine Besichtigung vor Ort Betreibern kritischer Infrastrukturen dabei helfen, die Einhaltung ihrer Aufsichts- und Sorgfaltspflichten („Due Diligence“) zu dokumentieren und nachzuweisen.

Laut einer Studie des Branchenverbands BITKOM nutzen bereits 10.000 Unternehmen in Deutschland Colocation-Services. Fast die Hälfte der bundesweiten Datacenter-Kapazitäten entfällt inzwischen auf diese Form des IT-Outsourcings.

Weitere 45 Prozent der Kapazitäten entfallen auf Cloud-Computing. Der massive Zuwachs an Cloud-Lösungen ist derzeit ein zentraler Wachstumstreiber im Datacenter-Markt. Hyperscaler wie Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud dominieren seit Jahren das Geschäftsfeld. Gemeinsam beherrschen sie laut Statista deutlich mehr als 60 Prozent des globalen Cloud-Infrastrukturmarktes.

Souverän ist, wer über den Datenzugriff bestimmt

Doch der US-amerikanische CLOUD Act verändert die Spielregeln gerade grundlegend. Diese Regelung erlaubt US-Behörden, von US-Unternehmen die Herausgabe jedweder Daten zu verlangen – und zwar unabhängig davon, in welchem Land die Daten gespeichert sind. Entscheidend ist also nicht der Speicherort, sondern die Kontrolle der Daten durch ein US-Unternehmen. Das betrifft potenziell auch Daten, die in den europäischen Rechenzentren von AWS, Microsoft oder Google gespeichert werden.

Unternehmen in Deutschland können dadurch in ein Dilemma geraten. Was ist, wenn nach europäischem Datenschutzrecht wie der DSGVO die Herausgabe von Daten nicht zulässig ist, diese nach US-Recht aber herausgegeben werden müssen? Die Unsicherheit wird noch dadurch gesteigert, dass nicht bei allen Prozessen immer klar ist, wo sensible Daten überall gespeichert oder verarbeitet werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage, wer eigentlich souverän über seine Daten verfügt, zunehmend an Bedeutung. Das gilt besonders für Unternehmen, die unter NIS-2 fallen. Denn von diesen verlangt der Gesetzgeber, dass sie ihre Abhängigkeiten von externen Dienstleistern bewerten und geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung treffen.

Einen Ausweg aus dieser Situation bieten Cloud-Services, die von europäischen Anbietern in hiesigen Rechenzentren betrieben werden. Immer mehr Unternehmen, die Datensouveränität als strategischen Vorteil erkannt haben, setzen deshalb auf diese Lösung.

Open-Source-Software als Risiko-Management

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, achtet außerdem auf den Einsatz von quelloffener Software. Unternehmen, die sich von einzelnen Software-Anbietern abhängig machen, riskieren nicht nur ein Vendor-Lock-in, sondern laufen auch Gefahr, dass sie sich gegen Preissprünge bei Lizenzgebühren kaum wehren können. Ein Wechsel des Anbieters ist oftmals nur mit erheblichem Ressourcenaufwand möglich und verursacht zudem weitere Kosten. Der Einsatz von Open-Source-Produkten senkt dieses wirtschaftliche Risiko und stärkt die eigene Verhandlungsposition.

Einige Datacenter-Betreiber haben das Sicherheits-Bedürfnis ihrer Kunden erkannt: In Köln bietet NetCologne Business den Kunden seit 2026 eine Open-Source-basierte Private Cloud an. Diese gewährleistet die maximale Datensouveränität und kann gleichzeitig flexibel zusammen mit Public-Cloud- und Colocation-Lösungen betrieben werden.

Vorteil: Datacenter-Betreiber mit eigenem Glasfasernetz

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Wahl des richtigen Datacenters ist eine performante Breitbandanbindung des Rechenzentrums ans Internet. Bei vielen Unternehmen herrscht die Vorstellung: Hauptsache, es gibt eine Anbindung. Aber das ist zu kurz gedacht. Connectivity ist ein wichtiger Faktor für die Stabilität und Performance von IT-Anwendungen sowie die Skalierbarkeit des Business.

Für einen schnellen Datentransfer sorgt ein leistungsstarker Anschluss an einen Internetknoten wie den DE-CIX in Frankfurt oder den DE-CIX in Düsseldorf. Leistungsstark heißt in diesem Fall, dass Datenpakete aus dem Rechenzentrum über eine Glasfaserleitung mit mehreren 100 Gbit/s Bandbreite und einer möglichst niedrigen Latenz ins Internet transportiert werden. Besonders gute Leistungswerte erzielen dabei oft Datacenter-Betreiber, die über ein eigenes Glasfasernetz verfügen. Diese können nämlich die Routenführung ihrer Glasfaserstrecken selbst optimieren – ohne unnötige Hops über Drittanbieter-Netze oder öffentliche Carrier-Strukturen.

Vorteile bietet ein eigenes Glasfasernetz auch bei der Skalierbarkeit: Wachsen Datenmengen und Anforderungen, lässt sich die Anbindung in der Regel schnell und bedarfsgerecht erweitern. Unternehmen profitieren so von einer zukunftssicheren Infrastruktur, die mit ihrem Geschäft mitwächst.

Datacenter-Betreiber mit eigenem Glasfasernetz können Rechenzentrum und Konnektivität nahtlos aus einer Hand bereitstellen. Die durchgängige Kontrolle über wesentliche Teile der Infrastruktur ermöglicht eine zuverlässige Servicequalität und klar definierte Service-Level-Agreements (SLA). Für Kunden reduziert sich so die Zahl der Schnittstellen auf ein Minimum: Ein zentraler Ansprechpartner, eindeutige Verantwortlichkeiten und schnelle Reaktionszeiten sorgen für maximale Effizienz, Transparenz und Betriebssicherheit.

Checkliste: 6 wichtige Fragen bei der Auswahl eines Datacenters

Sind meine Daten sicher und souverän?
Ein Speicherort in Deutschland allein reicht nicht aus – entscheidend ist, welchem Rechtsraum und welchem Anbieter die Daten unterliegen.
Erfüllt das Datacenter alle Compliance-Anforderungen?
Zertifizierungen und die Unterstützung bei DSGVO, NIS-2 oder DORA reduzieren Risiken und Prüfungsaufwand.
Läuft meine IT zuverlässig und leistungsfähig?
Verfügbarkeit, Redundanz sowie eine leistungsstarke Netzwerkanbindung sind die Grundlage für den stabilen Betrieb geschäftskritischer Anwendungen.
Verfügt der Betreiber über ein eigenes Glasfasernetz?
Ein eigenes Glasfasernetz kann für höhere Performance, bessere Skalierbarkeit und weniger Abhängigkeiten von Drittanbietern sorgen.
Bleibe ich langfristig flexibel?
Offene Plattformen und Open-Source-Technologien können helfen, Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und steigende Lizenzkosten zu vermeiden.
Bekomme ich alle Leistungen aus einer Hand?
Rechenzentrum, Konnektivität und Service aus einer Hand reduzieren Schnittstellen und schaffen klare Verantwortlichkeiten.

Wer bei seinem Datacenter auf Sicherheit, Datensouveränität und eine leistungsfähige Anbindung setzt, findet in NetCologne Business den passenden Partner. Mit Colocation, Cloud und Connectivity aus einer Hand, einem eigenen Glasfasernetz sowie Open-Source-basierten Lösungen schaffen wir die Grundlage für eine zukunftssichere und flexible IT. So können sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, während wir für den zuverlässigen Betrieb der digitalen Infrastruktur sorgen.

Wollen Sie ihre IT in unser Datacenter auslagern?

In den Rechenzentren von NetCologne ist Ihre IT regional, zuverlässig und zukunftssicher aufgehoben. Unser Expertenteam berät Sie gerne persönlich. Gemeinsam entwickeln wir eine umfassende Lösung von der Konzeption bis zur Migration.

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