Warum Unternehmen Sicherheit und KI gemeinsam denken müssen

KI verändert die Arbeitswelt. Was viele Unternehmen dabei übersehen: Dieselbe Technologie, die Prozesse beschleunigt und Mitarbeitende entlastet, macht auch Cyberangriffe intelligenter und schwerer erkennbar.

Künstliche Intelligenz hält immer mehr Einzug in den Arbeitsalltag. Sie schreibt Texte, analysiert Daten, erstellt Gesprächsprotokolle und unterstützt Mitarbeitende bei ihren Routineaufgaben. Doch nicht nur Unternehmen beschäftigen sich mit KI-Anwendungen oder Automatisierungsprojekten. Auch Cyberkriminelle nutzen verstärkt diese Technologie für ihre Zwecke.

Laut einer aktuellen Studie von BSI und TÜV-Verband berichten bereits 17 Prozent der Unternehmen von Cyberangriffen oder Betrugsversuchen, bei denen KI eine Rolle gespielt hat oder zumindest gespielt haben könnte. Gleichzeitig verfügen nur wenige Unternehmen über spezielle Prozesse für den Umgang mit KI-bezogenen Sicherheitsvorfällen.

Diese Zahlen machen deutlich: Wer über KI spricht, sollte auch über Cybersecurity sprechen.

Wenn Phishing plötzlich täuschend echt wirkt

Phishing-Mails gehören seit Jahren zu den größten Cyberrisiken für Unternehmen. Mit KI erreichen diese Angriffe nun eine völlig neue Qualität.

Laut BSI berichten 90 Prozent der betroffenen Unternehmen von KI-gestützten Phishing-Angriffen. Die Systeme formulieren fehlerfreie Texte, passen sich dem Sprachstil des Unternehmens an und können Nachrichten sogar gezielt auf einzelne Personen zuschneiden.

Dazu kommen automatisierte Angriffswerkzeuge und zunehmend auch Deepfakes. Mit nur wenigen Sekunden Audiomaterial lassen sich inzwischen Stimmen von Personen täuschend echt nachbilden. Deepfakes werden beispielsweise genutzt, um Stimmen von Führungskräften zu imitieren und Mitarbeitende zu Überweisungen oder anderen Handlungen zu bewegen. („CEO-Fraud“).

Für Unternehmen wird es dadurch immer schwieriger, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Klassische Warnzeichen reichen oft nicht mehr aus. Die Anforderungen an die eigene Sicherheitsstrategie steigen. Gefragt sind nun Maßnahmen, die gleichermaßen Menschen, Prozesse und Technologien einbeziehen.

Sicherheit beginnt beim Menschen

Dass technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen, belegen zahlreiche Sicherheitsvorfälle der vergangenen Monate. Der Cyberangriff auf das Land Berlin im September 2026 zeigt, dass sich Sicherheitsvorfälle längst nicht mehr auf einzelne Systeme beschränken. Werden Angriffe erfolgreich, können sie ganze Organisationen und Geschäftsprozesse beeinträchtigen.

Viele erfolgreiche Attacken nutzen Unsicherheit der Mitarbeitende, Zeitdruck oder einfach mangelnde Aufmerksamkeit aus. Gerade deshalb gewinnen Schulungen und Sensibilisierung an Bedeutung. Die Beschäftigten müssen lernen, moderne Phishing-Versuche, Social Engineering oder ungewöhnliche Kommunikationsmuster früh zu erkennen und richtig zu reagieren.

Ein typisches Szenario: Ein Mitarbeiter erhält eine vermeintliche E-Mail oder einen Anruf der Geschäftsführung mit einer dringenden Zahlungsanweisung. Die Sprache wirkt vertraut, die Anfrage plausibel, offensichtliche Fehler fehlen. Ohne klare Prozesse und regelmäßige Sensibilisierung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass solche Angriffe erfolgreich sind. Denn eine Unaufmerksamkeit kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Angreifer tief in die IT-Systeme eindringen und sensible Daten stehlen können.

Mindestens ebenso wichtig ist der Blick auf die eigene IT-Landschaft. Unternehmen müssen ihre Angriffsfläche regelmäßig überprüfen, Sicherheitslücken identifizieren und ihre Systeme kontinuierlich überwachen. Lösungen wie Attack Surface Management, Penetration Tests oder Security Services helfen dabei, Risiken sichtbar zu machen, bevor sie ausgenutzt werden.

Genau deshalb sollten Unternehmen IT-Sicherheit ganzheitlich betrachten.

Sicherheit endet nicht bei Firewall und Virenscanner

Wer seine Mitarbeitenden sensibilisiert und seine Systeme regelmäßig überprüft, hat bereits zwei wichtige Sicherheitsbausteine geschaffen. Die dritte Ebene wird jedoch häufig unterschätzt: die Infrastruktur, auf der Anwendungen, Daten und künftig auch KI-Systeme betrieben werden.

Sicherheit entsteht nicht erst auf Anwendungsebene. Sie beginnt bereits bei der Infrastruktur.

Zertifizierte Rechenzentren in Köln, kontrollierte Cloud-Umgebungen und professionell gemanagte IT-Services helfen Unternehmen dabei, Anforderungen an Datenschutz, Compliance und Datensouveränität zu erfüllen. Gleichzeitig schaffen sie die Grundlage für einen sicheren Einsatz moderner KI-Anwendungen.

Gerade bei KI stellt sich zunehmend die Frage, wo Daten verarbeitet werden, wer Zugriff darauf hat und wie sich regulatorische Vorgaben einhalten lassen. Lösungen wie die Private Cloud NetCloud Stack schaffen hierfür eine kontrollierbare Grundlage mit Datenhaltung in Deutschland und Betrieb in zertifizierten Datacentern.

Wer KI produktiv einsetzen möchte, sollte Sicherheit bereits bei der Einführung berücksichtigen. Mit Angeboten wie Microsoft Copilot und dem KI-Readiness-Check unterstützt NetCologne Business Unternehmen dabei, technische, organisatorische und sicherheitsrelevante Voraussetzungen für den Einsatz von KI zu schaffen.

Fazit: KI braucht Sicherheit von Anfang an

Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Die Chancen sind riesig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Governance und Compliance.

Die aktuelle BSI-Studie zeigt, dass viele Unternehmen hier noch Nachholbedarf haben. Wer KI erfolgreich einsetzen will, sollte deshalb nicht nur auf Produktivität schauen. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz aus geschulten Mitarbeitenden, überprüfbaren Sicherheitsprozessen, klaren Regeln für den KI-Einsatz und einer zuverlässigen Infrastruktur.

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, KI einzuführen. Die Herausforderung besteht darin, KI sicher einzuführen.

Erfolgreiche Sicherheitsstrategien müssen heute drei Bereiche gleichzeitig abdecken: den Menschen, die IT-Systeme und die KI-Anwendungen selbst. Erst wenn diese Ebenen zusammenspielen, lassen sich die Chancen von KI nutzen, ohne neue Risiken zu schaffen.

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